Jetzt durfte Santi wieder zu ihren Freunden auf die Koppel im Veldenzer Bergfrieden. Die Tierärztin war von dem fitten, muskulösen Erscheinungsbild meines Pferdes nach der Anstrengung der letzten drei Monate begeistert. Die Blutprobe ergab nichts außer einem bisschen Zinkmangel. Wunderbar, so konnten wir Santi vorsichtig zu den anderen Pferden stellen. Ganz spannend, denn die Dame ist etwas dominant. Paul hat, ohne mich zu fragen, vorne neue Eisen angebracht und hinten abgenommen, wegen der Verletzungsgefahr beim Austreten. Alles gut. Bin mit Santi zweimal alleine zum Schloss länger unterwegs gewesen.

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Und was ich noch zu sagen hätte …
Da steht dieses Pferd doch den Rücktransport von Santiago de Compostela nach Veldenz ohne mit den schönen langen Wimpern zu zucken durch. Vier Tage in einem relativ engen, schaukligen, lauten unklimatisierten Pferdetransporter sind kein Sontagsausritt um Veldenz herum! Wieder durfte ich mich auf mein Gottvertrauen verlassen. Die ersten 500 km von Santiago bis hinter Burgos verliefen unspektakulär, da Andreas, unterstützt von Petra und Emily, das Pferd über die Bordkamera beobachteten und regelmäßig Pausen einlegten. Petrus hatte weiter ein Einsehen, indem er uns einen bedeckten, leicht regnerischen kühlen Tag schenkte. Außerdem hatte Santi Begleitung durch ihren spanischen Freund Farey, der zu Manuel in dessen Bergdorf gebracht werden sollte.

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Heute Morgen war der krönende Abschluss meiner genau drei Monate dauernden Pilgerreise.
Um 6 Uhr aufzustehen hatte einen besonderen Reiz, weil keiner von uns es vor 1 Uhr ins Bett geschafft hatte, Andreas erst gegen 3 Uhr. Der gestrige Sonnenuntergang am Ende der Welt hatte uns drei gefangen genommen. Nicht so die Pferde, die hellwach und ohne Probleme in den Transporter geführt werden konnten. Tatsächlich erschien um 7 Uhr ein Mann vom Sicherheitsdienst, um uns und die Pferde zur Kathedrale zu begleiten. Nachdem der Wachdienst im Parkhaus von dem ungewöhnlichen Transportmittel überzeugt worden war, um das Busparkdeck freizugeben, ging alles professionell ruck zuck.

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Heute musste es perfekt vollendet werden.
Besser geschlafen hatte ich auch nicht, die Anspannung ist immer noch irgendwo. Santi ist super in dem Reiterhof untergebracht, die Jungs schlafen noch völlig entspannt, ich gehe heiß duschen. Die Reiterhose (von Christina) hat endgültig ausgedient, zerlöchert, unwaschbar, wird sie ebenso wie der eingelaufene körpernahe ehem. schöne engl. Wollpulli entsorgt und gegen Räuberzivil mit Turnschuhen ausgetauscht. Komisches Gefühl, heute ohne Santi.

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Wir sind angekommen!
Der wunderbare „Praktische Reiseführer“ von Lozano zitiert eine historische Quelle:
„Am Morgen gehen wir zu einem Städtchen, das Ferre ros heißt, zwei Leguas entfernt und anschließend kommen wir nach Amenal, eine Strecke von drei, wenn auch kurzen Leguas … Wir verließen die Quelle und stiegen während einer halben Legua hinan, bis zum Gipfel eines Hügels, der sich Monte des Gozo nennt, von wo aus wir das so ersehnte und begehrte Santiago in ungefähr einer halben Legua Entfernung erblickten. Als wir es sahen, fielen wir auf die Knie, vergossen Freudentränen und sangen das Te Deum. Wir konnten aber nur ein oder zwei Bibelverse aussprechen, denn der Tränenstrom, der aus unseren Augen floss, war so ungestüm, dass unser Herz bebte, und das ständige Schluchzen zwang uns, den Gesang zu unterbrechen … Singend setzten wir den Abstieg fort, bis wir zum Marktflecken kamen, der prächtig und groß ist, und andauernd im Bau.“

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Jetzt ist der Santiago-Tourismus ungefiltert spürbar. Die Wege sind voll erschlossen, Schulklassen auch gesanglich (vamos a la playa) engagagiert unterwegs, das Überholen wird immer schwieriger, weil jedermann ein Foto mit den Caballos schießen möchte.
Einerseits bin ich froh, morgen in Sichtweite von Santiago einen guten Reiterhof beziehen zu können, andererseits …

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Regen, aber mild. Ich habe mir erlaubt für 10 EUR mit den Jungs und Manuel eine Pilgerherberge zu frequentieren. Damit es nicht heißt, nur das Fußvolk ...
Dusche: 60° C war OK, Bett sauber, Decke auch i.O., alles fast so perfekt, wie in unserem Wohnwagen, außer der Toilette, die war immer da. Amerikanisches Frühstück (…), guter Kaffee und dann los, in den Regen.
Manuel versucht Farey zu wecken: Der Andalusier liegt im Stall auf der rechten Seite und weigert sich aufzustehen. Weil er noch nicht wach ist. Manuel fotografiert die unglaubliche Situation,

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Also ehrlich, so ein bisschen standeswidrig erschien mir das heute morgen schon:

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Gestern mailte mir Peter, der den Blog betreut, dass zwar die Fotos rüberkommen, aber die mitgesendeten Unter-Überschriften nicht oder nicht richtig. Jetzt mache ich mir seit mehr als zwei Monaten richtig Mühe zum Beispiel den schönen bunten Grenzstein nach Galicien, gar nicht so einfach vom Pferd aus zu fotografieren, euch rüberzubringen mit der Info, „jetzt gleich nur noch 100 km“, und dann übermitteln diese Gierhälse von Telekom und Bande das nicht richtig, obwohl teuer zusätzlich bezahlt.

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Komisches Gefühl, kein Glücksgefühl, aber Erleichterung. Heute in Sarria Ruhe. Die Pferde haben die größte Koppel der gesamten Expedition und kommen sofort aus dem kilometerentfernten Ecken hergelaufen, sobald „Santi“ und „Farey“ (sprich. Farrrrrrrei) gerufen wird. Wenn wir vier morgen abend in Portomarin einreiten ist die 100 km Grenze geknackt. (Fußkranke) Pilger erhalten in Santiago die Ablassurkunde bei Nachweis des Absolvierens der letzten 100 km zu Fuß oder Pferd. Schätze, dass wir morgen mehr Rucksackverkehr haben. Aber Manuel scheucht die schon.

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